Trad. TKD
Traditionelles Taekwon-Do - eine kurze Einführung
Die Bezeichnung "Taekwon-Do" für die hier vorgestellte koreanische Kampfkunst ist noch recht jung. Sie wurde erst in den fünfziger Jahren dieses Jahrhunderts geprägt. Die Wurzeln des "Taekwon-Do" aber gründen in der jahrhundertealten Geschichte Koreas, in politischer wie auch philosophischer Hinsicht.
Taekwon-Do hat – wie alle anderen der fernöstlichen Do-Systeme – die Erreichung des "Satori" zum Ziel, jener "wahre[n] und mit Worten nicht wiederzugebende[n] Einsicht in das Wesen des Seins, ein unmittelbares Wissen um alle Dinge in der Weise, daß man völlig mit ihnen eins wird und sie nicht mehr von außen, als ein Zweites beurteilt."(1)
Dieser Kerngedanke des Zen fand sein physisches Pendant auch in dem, was uns heute als Kampfkunst ein Begriff ist. Gleichwohl ist es ein langer Weg gewesen, der zum heutigen Taekwon-Do führte.
Koreas politische Geschichte führt über drei in früher nachchristlicher Zeit miteinander konkurrierender Königreiche auf dem Gebiet des heutigen Korea. Während eines dieser Königreiche, Koguryo, an Größe und Macht den anderen beiden, Baekchae und Silla, weit überlegen war, entwickelte sich insbesondere in Silla ein Selbstbehauptungswillen, der letztendlich dessen Fortbestand und Machtzuwachs sicherte. Die nachhaltige Förderung geistiger Stärke, später in der Ausprägung zen-buddhistischen Gedankengutes und dessen Ausdehnung auf alle Lebensbereiche einschließlich des Kriegshandwerkes, förderte letztendlich Sillas Durchsetzung gegen die beiden anderen Königreiche. So entstand 668 n. Chr. ein geeintes koreanisches Reich, das für die nächsten 800 Jahre von der Silla-Dynastie regiert wurde.
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